Jugendleiter/innen-Sonderurlaub

Freistellung zum Zwecke der Jugendarbeit


Als ehrenamtliche/r Jugendleiter/in in Bayern kannst Du „Jugendleiter/innen-Sonderurlaub“ beantragen. Offiziell heißt dieser Sonderurlaub „Freistellung zum Zwecke der Jugendarbeit".

Damit kannst Du Dich pro Jahr für bis zu 12 Veranstaltungen von der Arbeit oder der Schule freistellen lassen, um Dich für Deinen Jugendverband engagieren zu können. Insgesamt kannst Du pro Jahr Jugendleitersonderurlaub für einen Zeitraum von maximal einem Drittel Deiner Wochenarbeitszeit beantragen.

Wer hat Anspruch?

Den „Jugendleiter/innen-Sonderurlaub" können alle ehrenamtlichen Jugendleiterinnen und -leiter in Bayern beantragen, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und in einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis stehen. Das Gesetz findet auch auf Beamten und in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis stehende Personen entsprechend Anwendung.

Auch Schülerinnen und Schüler können von ihrer Schulleitung beurlaubt werden, wenn sie in der Jugendarbeit aktiv sind, wobei hier das Gesetz nicht greift. Das Kultusministerium steht derartigen Beurlaubungen grundsätzlich positiv gegenüber, solange keine schwerwiegenden schulischen Gründe dagegensprechen.

Im Prinzip gilt die Regelung also für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bzw. Auszubildende, die in Bayern leben. Es ist vollkommen egal, ob Du in einem Unternehmen oder im öffentlichen Dienst beschäftigt bist. Übrigens: Das Freistellungsgesetz gilt unabhängig von Deinem Vertrag mit dem Arbeitgeber.

Eine Übersicht über die Regelungen in anderen Bundesländern findest Du hier.

Die Grundlage ist das „Gesetz zur Freistellung von Arbeitnehmern zum Zwecke der Jugendarbeit". Den genauen Gesetztestext zum Nachlesen findest Du hier.

Für welche Tätigkeiten kann ich mich freistellen lassen?

Für diese Tätigkeiten kannst Du eine Freistellung beantragen:

  • Für die ehrenamtliche Tätigkeit bei Angeboten der Jugendarbeit im Sinne des § 11 des Achten Buches Sozialgesetzbuch, also zum Beispiel für die Tätigkeit als Leiterin oder Leiter von Ferienfahrten, internationalen Jugendbegegnungen oder anderen Projekten.
  • Zur Teilnahme an Tagungen und Veranstaltungen, die der Aus- und Fortbildung für entsprechende Tätigkeiten dienen.

Wie stelle ich den Antrag?

Der Antrag an den Arbeitgeber muss von dem Jugendverband gestellt werden, für den Du tätig bist. Selbst kannst Du einen solchen Antrag also nicht stellen!

Der Antrag muss mindestens 14 Tage vor Beginn der geplanten Freistellung beim Arbeitgeber sein. Bitte also Deinen Jugendverband möglichst früh, den Antrag für Dich zu stellen. Meist ist dafür die Landesebene des Verbandes zuständig. Dort werden Infos zu Art und Zeitraum der Fahrt gebraucht. Zusätzlich musst Du die Adresse des Arbeitgebers bzw. der zuständigen Personalabteilung weitergeben.

Wenn es Deinen Jugendverband nur in der Stadt München gibt, muss der Antrag über den Bezirksjugendring Oberbayern gestellt werden. Der Antrag muss schriftlich erfolgen, das Formular findest Du hier.

Wird der Jugendleitersonderurlaub bezahlt?

Der Arbeitgeber ist nach diesem Gesetz nicht verpflichtet, für die Zeit der Freistellung eine Vergütung zu gewähren. Bist Du aber beispielsweise im öffentlichen Dienst oder beim Freistaat Bayern angestellt, wird Dir als Jugendleiter/in eine volle Lohnfortzahlung bis zur Dauer von fünf Tagen pro Jahr gewährt.

Die Staatsregierung setzt sich dafür ein, dass auch andere öffentliche Arbeitgeber so verfahren und begrüßt ebenfalls, wenn die Privatwirtschaft diesem Beispiel folgt.

Grundsätzlich eröffnet sich auch für Bundesbeamte/innen, Arbeiter/innen und Angestellte des öffentlichen Dienstes, Soldaten und Bundesfreiwilligendienstleistende bei Anwendung einschläg­iger Sonderurlaubsregelungen die Möglichkeit von Sonderurlaub unter Fortzahlung der Bezüge.

Bei Ausbildungsmaßnahmen für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (AEJ) und Sitzungen von überörtlichen Verbandsgremien kann über den Bayrischen Jugendring (BJR) der Verdienstausfall erstattet werden.

Informationen und Formulare zur Beantragung von Verdienstausfallzuschüssen findest Du hier.

Kann ein Freistellungsantrag abgelehnt werden?

Der Arbeitgeber darf eine Freistellung nur verweigern, wenn dieser im Einzelfall ein unabweisliches betriebliches Interesse entgegensteht. Dieses betriebliche Interesse muss rechtzeitig, ausführlich und schriftlich gegenüber dem antragstellenden Jugendverband oder Bezirksjugendring erläutert werden. Du kannst auch Deinen Personal- oder Betriebsrat bitten, vermittelnd tätig zu werden. Es darf Dir auf jeden Fall kein Nachteil in Deinem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis entstehen!